Drei Strecken: eine Kuppelstadt auf dem Meeresgrund, das versunkene Atlantis mit seinem Schiffsfriedhof, und die kalifornische Küste bei Tageslicht. Läuft im Browser — ohne Installation, ohne Konto. Auf dem Handy im Querformat mit Touch-Steuerung.
Jede ist ein je ~5,8 km, geschlossen von rund 5,8 Kilometern durch fünf Abschnitte, und jeder Abschnitt hat eigene Fahrbahnbreite, eigene Überhöhung und eigenes Licht. Straße, Landschaft und Bebauung entstehen aus derselben Kurve — die Strecke ist keine Aneinanderreihung von Kulissen. Die Strecke wählt man im Menü, gefahren wird über drei Runden.
Nacht, Regen, eine Kuppel auf dem Meeresgrund. Der breite Bogen der Marina, ein enger Basar mit Verkehr im Weg, eine Kühlröhre ohne Sicht, die freie Grabenpassage mit dem höchsten Tempo und zum Schluss die Wendel um den glühenden Reaktorkern.
Die versunkene Stadt, ohne Kuppel und ohne Neon. Eine Prozessionsstraße zwischen Kolonnaden, dann der Schiffsfriedhof: ein mittschiffs gebrochener Frachter, dessen Hälften zueinander gefallen sind und einen Bogen bilden, unter dem die Straße durchführt. Danach die große Zisterne, die Schelfkante über dem Abgrund und der Aufstieg um den Tempel.
Zum ersten Mal Tageslicht. Eine Hommage an die Route 1: Stadthafen im Morgenlicht, Klippenstraße über dem Pazifik, ein Waldabschnitt zwischen Mammutbäumen, die Serpentinen über den Grat und die Abfahrt zurück in die Stadt. 95 Meter Höhenunterschied, bis zu neun Prozent Steigung — und der Wagen hebt dabei nachweislich nicht ab.
Im Querformat erscheint eine Touch-Steuerung: ein Lenkring links, Gas und Bremse rechts, dazu Handbremse, Boost und Pause. Wer will, bekommt Fahrhilfen dazu — Gegenlenkhilfe, Traktionskontrolle und ABS, in drei Stufen im Menü. Die Hilfe darf Einschlag wegnehmen und gegenlenken, aber niemals Einschlag in die Richtung hinzufügen, in die man ohnehin schon lenkt. Sie fährt also nicht für einen; sie korrigiert, was man nicht gewollt hat.
Gemessen auf einem iPhone im Querformat: mit Fahrhilfe halbieren sich die Dreher gegenüber ohne. Die Küstenstrecke ist dabei die günstigste der drei — sie hält 60 Bilder pro Sekunde, während der Wagen fährt.
Auf der Strecke ist etwas los. Zivile Fahrzeuge fahren ihre eigene Linie, bremsen vor den engen Kehren und kommen einem gelegentlich entgegen. Die Ideallinie ist damit keine geschenkte Sache mehr, sondern eine Entscheidung — und ein Aufprall kostet richtig.
Fast nichts wird heruntergeladen. Jede Textur, jedes Gebäude, jeder Baum und die Strecke selbst werden beim Start im Browser gerechnet — ausgenommen ein einziges Fahrzeugmodell. Das Auto fährt nicht auf einer Animation, sondern auf vier einzeln aufgehängten Rädern mit einem Reifenmodell, das Längs- und Querkraft gemeinsam begrenzt.
Auch der Motor ist keine Aufnahme. Eine Aufnahme trägt ihren Lastzustand mit sich: sie kann unter Gas lauter werden, aber nicht härter, und ein Gangwechsel wird zur Überblendung zweier Kopien desselben Klangs. Stattdessen werden einzelne Verbrennungen pro Zylinder getaktet, mit Streuung in Zeitpunkt und Stärke — kein Motor ist ausgewuchtet, und genau das hört man —, und der Auspuff ist als Wellenleiter nachgebildet statt als Filter.
Pfeiltasten gehen auch. Im Menü lassen sich Wagen, Kameraperspektive und Qualitätsstufe wählen; wer eine schwächere Grafikkarte hat, stellt die Qualität herunter und bekommt dieselbe Strecke mit weniger Bildeffekten.